Was hat sich bei den Stille schenken – TeilnehmerInnen nach ein paar Wochen getan?

Heute möchten wir Testimonials mit euch teilen, die sie uns über die Website oder über unsere Facebookgruppe zugeschickt haben.

Ulrich Hagemann:

„Durch die regelmäßige stille Zeit hat sich etwas verändert. Mein Alltag hat eine andere Struktur und bekommt eine neue Ausrichtung am Morgen. Ich profitiere davon, dass es ruhig wird in mir, weil dann die ganzen Stimmen von außen ruhiger werden. Das brauchte Training, aber es ist auch Übungs- und Gewöhnungssache.
Es ist schwer zu beschreiben, aber ich probiere es mal so: In der stillen Zeit trete ich für einen Moment aus mir und meinem Alltagstrott heraus und betrachte mich liebevoll von außen: das Leben, das ich lebe, mit den Freuden und Schwierigkeiten, die mich gerade beschäftigen.
Ich höre die Stimmen, die sagen: Du genügst nicht, etwas stimmt mit dir nicht, es ist nicht okay, wie du bist. Und ich rücke diesen Platz wieder etwas zurecht: Heraus aus dem Selbstmitleid und der Ich-Bezogenheit, wieder mehr hinein zu meinem Platz in der Schöpfung: Ich muss nicht die Welt retten, sie ist schon gerettet. Und: Ich bin geliebt von Gott, vor aller Leistung und trotz aller Schuld.“

Marco Blumenreich:

„In Zeiten wie diesen ist eine 60-70 Stundenwoche normal für mich. Viele Menschen denen es nicht gut geht warten in der Praxis auf mich. Die Morgenroutine unter der Woche ist immer ziemlich gleich. Frühstücken, Termine checken, erste Anrufe tätigen, einige Abläufe in der Praxis durchgehen, Tasche packen, Fertigmachen zum Weggehen… manchmal passiert alles gleichzeitig und gelegentlich habe ich den Eindruck, dass ich schon wieder müde bin. Kurz vor dem Weggehen, bevor ich mir die Schuhe anziehe, halte ich inne, setze mich hin und warte bis es still wird in mir. Seit „Stille Schenken“ ist dieser kostbare Augenblick neu in meiner Morgenroutine und hinterher habe ich den Eindruck, dass ich dann wieder ein bisschen frischer bin und meinen Arbeitsweg gestärkt antrete.“

Elisabeth Engelbert:

„In diesen Tagen bin ich über einen wunderbaren Ausspruch gestolpert: Die Stille ist der Arbeitsplatz Gottes. Ist das nicht genial? Die Stille ist der Arbeitsplatz Gottes. Die Sache mit der Stille ist nicht immer so ganz eindeutig.
Die einen mögen und genießen sie, ja sie sehnen sich regelrecht danach. Die anderen meiden sie, manche fürchten sie sogar und halten sie kaum aus. Gerade in dieser pandemischen Zeit müssen viele Menschen mehr Stille ertragen als ihnen lieb zu sein scheint. Je unruhiger wir aber sind, umso schwerer ertragen wir Stille und Schweigen.Aber Stille ist nicht einfach Schweigen, sondern auch Ruhe. Ich brauche Orte, wo ich äußerlich still werden kann: ein ausgedehnter Spaziergang, die Viertelstunde vor einem Gottesdienst, eine einsame Bank mit Blick in die Weite oder einfach auf dem Sofa sitzen und still werden.

Stille, das ist Zeit, in der ich nicht spreche, sondern in der ich höre, hinhöre oder auch zuhöre. Und das bedeutet für mich zuerst mal: aufhören, auf mich hören – was sich in mir alles regt. Je mehr ich diesem Schweigen zuhöre, bin ich in Berührung mit mir selbst. Wenn man mit sich selbst zur Ruhe kommt, wenn auch die immer wiederkehrenden Stimmen in mir schweigen, wenn es still in einem wird, dann sieht man die Welt und das Leben mit anderen Augen.
Und noch etwas: Ich vermag auch besser auf Gott zu hören, auf sein Wort, auf seine Klopfzeichen, auf seine leise Stimme in mir. Ja – wenn Gott hörbar werden soll, braucht es die Stille, davon bin ich überzeugt. Am Beginn des Tages einen kleinen Moment zur Ruhe kommen. Oder mitten am Tag eine kleine Unterbrechung suchen.
Da, wo ich gerade bin, einen Augenblick Stille genießen! Wie schön der Ausspruch: Die Stille ist der Arbeitsplatz Gottes!“

In diesem Sinn wünschen wir euch allen sehr gute Zeiten der Stille in dieser Woche und freuen uns über weitere Zuschriften von euch!

Mit herzlichen Grüßen,
Maja Schanovsky mit dem Team von Stille schenken