Vom Alpenrocker im Schweigen und der Stille im Hochzeitsstress

Newsletter Nummer 31,  21. Dezember 2023

Letzte Woche schrieb uns der wohl bekannteste Alpenrocker, Hubert von Goisern, dass „Täglich 10 Minuten Stille schenken“ ganz einfach hilft, das Ich zum Schweigen zu bringen und dem Anderen Gehör und Aufmerksamkeit zu schenken. Stille also als Voraussetzung, um den anderen überhaupt richtig wahrnehmen zu können. Und fast zeitgleich kam die Mail vom Bestsellerautor und Benediktinermönch Anselm Grün: „Stille schenken verändert meine Wahrnehmung, ich schaue tiefer in mich selbst hinein, aber auch in die Menschen, ich entdecke in ihnen ihre Sehnsucht, gut zu sein und Frieden zu finden mit sich selbst und mit den Menschen, mit der Schöpfung und mit Gott und dem Grund allen Seins“.  

In der Stille den Anderen entdecken

und darüber hinaus sogar das Gut-sein-Wollen des Anderen. Und dabei Frieden finden. Das ist gar nicht wenig! Wenn das so leicht möglich wäre, hätten wir alle viele Probleme weniger. Aber wenn wir ehrlich sind, fällt es uns gar nicht so leicht, nur ein paar wenige Minuten innerlich still zu werden. Das bestätigen uns nur zu viele. Es ist doch eigenartig – was sind schon 10 Minuten am Tag? Eigentlich fast nichts. Und doch kostet es uns erstaunlich viel, nur einmal am Tag für kurze Zeit innezuhalten. Auf jeden Fall braucht es eine Entscheidung. Ich muss bereit sein zu hören, etwas zu empfangen und mich beschenken zu lassen.

Mirjam Ziehaus, eine Studentin im Vorhochzeitstress

schreibt uns: „Stille schenken verändert meine Wahrnehmung. Zwischen Studium, Arbeit und Hochzeitsvorbereitungen sehe ich mein Gegenüber manchmal vor lauter Aufgaben manchmal gar nicht mehr. Begegnungen rauschen an mir vorbei, und ich vergesse, dass das Leben in erster Linie ein Geschenk ist. Den Tag mit einem stillen Gebet zu beginnen, durchbricht meine verkürzte Sicht. Es ermöglicht mir, im Hier und Jetzt präsent zu sein – für mich, für meine Mitmenschen und für Gott. Das verändert.“

 

Warum nicht mal ausprobieren: 10 Minuten gleich am Morgen Zeit zu nehmen. Oder für Abendmenschen 10 Minuten vor dem Einschlafen. Es verändert den Tag. Und warum nicht, nach einer Weile des einfachen Stillwerdens, auch Gott ansprechen und ihm für dieses und jenes danken. Oder für Unverständliches und Schweres um Hilfe zu bitten. Oder einfach das sagen, was mir am Herzen liegt. Während ich diese Zeilen schreibe, erhalte ich eine Nachricht eines sehr geschätzten langjährigen Freundes, der seinen einzigen Sohn vor drei Jahren verloren hat. Er sei doch „Suchender geblieben“. So gerne würde er Glaubenden „lauschen“, weil das Finden sei ihm noch nicht vergönnt. Egal in welcher Phase wir uns mit Gott oder dem Leben überhaupt befinden, schenken wir uns diese Zeit, um zu lauschen, und wieder aufs Neue zu hören. Wir können die letzten Tage vor Weihnachten nützen, eine Kerze anzünden und in Stille warten. Lauschen. Worauf? Weihnachten sagt nichts anderes, als dass das Wunder wahr geworden ist, dass der Suchende nicht mehr vergeblich suchen muss. Auch wenn es nicht gleich so offensichtlich ist. Selbst wenn es im Stall meines Alltags sein sollte, da kommt mir jemand ganz nahe. Und wartet auf mich, liebevoll, ohne Urteil. Die Krippe – und das Kind – können überall sein. 

 

Von Herzen wünschen wir noch hoffnungsreiche Advents- und gesegnete Weihnachtstage, 

Ihr Otto Neubauer